Boy kl

01.07., 02:00 Uhr, MUCCA

»Boy« von Yalda Afsah & Ginan Seidl

Kurzdokumentarfilm | 30 Minuten | D 2015 | dari, farsi, engl. mit dt. UT

»Boy« zeigt Ausschnitte aus dem Alltag eines Mädchens, das in Afghanistan als Junge aufwächst, und verwebt diese mit den Erfahrungen einer jungen afghanischen Sängerin in London, die in ihrer Kindheit Jungenkleidung trug, um sich freier in der afghanischen Gesellschaft zu bewegen.

Die 13-jährige Farahnoz wird in Mazar-I Sharif gemäß der Tradition der 'Bacha Posh' erzogen. Als 'Bacha Posh' werden in Afghanistan einzelne Mädchen von frühester Kindheit an als Jungen gekleidet und erzogen. Bis heute sind Söhne in Afghansitan mehr wert als Töchter – sie sind Beschützer, Bank und Altersvorsorge für ihre Eltern. Wenn Mütter keinen Stammhalter zur Welt bringen, gelten sie als Versagerinnen. Ist nach fünf Kindern immer noch kein Sohn geboren worden, so erlaubt es die Tradition deshalb, die jüngste Tochter zur 'Bacha Posh' zu machen: Besser ein falscher Sohn als gar keiner.

Für Farahnoz bedeutet die Maskerade einen enormen Zugewinn an Freiheit. Das selbstbewusste Mädchen übernimmt Aufgaben, die für andere Mädchen Tabu sind. Doch alle wissen, dass diese Zeit der Freiheit zu Ende gehen könnte. Im geschlechtsreifen Alter werden die Bacha Poshs meist wieder wie normale Mädchen verheiratet. Farahnoz sieht diesem Moment mit Schrecken entgegen.

Die afghanische Sängerin Elaha kennt dieses Gefühl. Die heute 24-Jährige entschied sich als Mädchen selbst, sich als Junge auszugeben, um ein selbstbestimmteres Leben führen zu können. Sie beschreibt sehr genau, wie anders die Umwelt auf sie reagierte, aber auch, warum die Maskerade an ihr Ende kam, als sie als junge Frau Morddrohungen der Taliban erhielt. Heute lebt und arbeitet sie in London und ist froh, sich nicht mehr verstecken zu müssen.

Preise/Auszeichnungen:

- Bester Dokumentarfilm (Jurypreis) Kurzfilmfestival Kurzsüchtig, Leipzig
- Bester Film (Publikumspreis) Kurzfilmfestival Kurzsüchtig, Leipzig | The Lolly Award
- Publikumspreis für den besten deutschen Kurzfilm auf dem Xposed international Queerfilm Festival, Berlin

Buch & Regie: Yalda Afsah & Ginan Seidl

Kamera: Ginan Seidl

Produktion: Ray Peter Maletzki, Stephan Helmut Beier
RosenPictures film production GbR

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Trailer:

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